- Geschichte -
Gründe und Mittel :

   Offensichtlich brauchte die Chinesische Mauer eine riesige Menge Arbeitskräfte. Während des Ersten Reiches wurde die Armee dienstverpflichtet, die ungefähr 30 000 Soldaten zählte. Die Qi-Dynastie zog fast 2 Millionen Menschen unter Zwang ein. Da der Bauvormarsch als zu langsam betrachtet wurde, wurden Gefangenen dazu gezwungen, an der Baustelle zu arbeiten. Es reichte noch nicht, und die Bevölkerung sollte an der Arbeit teilnehmen. Zu dieser Zeit waren die Sicherheitsbedingungen bedauerlich. Hunderttausende Menschen starben an Hunger oder an Erschöpfung. Ein chinesisches Klagenlied berichtet übrigens davon : « Wenn du eine Tochter bekommst, dann musst du sie ertränken. Wenn du einen Sohn bekommst, dann musst du ihn nicht erziehen. Siehst du nicht, dass die Mauer auf Stücken von Leichnamen errichtet wird ? » Viele Leichen wurden in der Umgebung von der Mauer begraben. Von Verwandten gehaute Basreliefe würdigen diese Sklaven. Die Bilanz wird auf 10 Millionen Tode geschätzt. 209 vor Christus (das Jahr, das dem Tod des Kaisers Qin Shi Huangdi folgte), brach der erste und gewaltsamste Aufstand der chinesischen Geschichte aus.

Zutage geförderte Gebeine und Schmuckstücke

   Der Verlauf der Mauer versuchte, die natürliche Hindernisse am meisten auszunützen. Ming-Gebäude finden oft auf dem Gipfel eines Berges statt, da es sich um einen für Belagerungswaffen nicht erreichbaren Ort handelt. Außer ihrer wichtigsten defensive Funktion hat die Mauer in der Tat sehr unterschiedlichen Rollen gespielt. Die Entwicklung der « Seidenstrasse » nützte vom 2. Jh v. Chr. an den von der Mauer gebotenen Schutz aus. Übrigens half das Ankommen von Kolonisten und das wirtschaftliche Gewicht der Garnisonen bei weitem dazu, einen noch schwach bevölkerten und wirtschaftlich, den reichen südlichen Ebenen entgegen, verspäteten Norden zu entwickeln. Die Mauer ermöglichte es den Bauern, Brachländer urbar zu machen und sie zu schützen, um die Produktion in den Grenzgebieten zu entwickeln. Der Warenverkehr und die Ablösung der Garnisonen gestatteten also eine Vermischung von chinesischen Produkten und Kulturen. Diese wichtigen Einflüsse sind jenem ohnegleichenen Gebäude klar gewachsen, das unter den Ming mehr als eine Million Soldaten beherbergte. Die Mauer diente auch als künstlicher, politischer und religiöser Träger. Viele Gravüren sind in den Steinabschnitten verteilt.

Auf der Mauer behauter Buddha

   Natürlich wird das Werk nie völlig effizient und wehrt die entschlossenenen Eindringlinge nicht ab. So wurde die Invasion des nördlichen Chinas von den türkisch-mongolischen Horden in den 2. und 3. Jahrhundert nicht gehindert, so wie die Besetzung Pekings 1215 von Genghis Khans Truppen und wieder 1552 von den Mongolen. Schließlich werden die aus der östlichen Mongolei hergekommenen Stämme, die zuerst die Mandschurei und dann ganz China erobern werden, es ein neues und letztes Mal unterstreichen, indem sie sie die Ming zurückschlagen, und so die Qing-Dynastie schaffen, dass China mit der einzigen Mauer nicht rechnen konnte, um sich zu schützen.

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