Die Chinesische Mauer wird aus drei Steinarten zusammengestellt. Der Verbreiteste ist der Granit (magmatisches Tiefesgestein) aber weisser Marmor kann auch gefunden werden, sowie Steine von weisser und grüner Farbe (Sedimentgestein, wie zum Beispiel Sand- oder Kalkstein). Der Stein wurde aus den umliegenden Bergen entnommen. Die ersten aus Stein gebauten Mauerabschnitte datieren aus den Streitenden Reichen. Zu dieser Zeit haben sich die Chinesen damit begnügt, die Steine aufeinander zu stapeln. Nicht der Entwicklung der Techniken von Bauwesen wegen hat sich die Strapazierfähigkeit der Wälle im Laufe der Jahrhunderte gefestigt, sondern wegen der Verbesserung der Waffen. In der zweiten Zeit eben erscheinen mit Bausteinen (nicht oder grob geschnittener Stein) angefertigte Wände. Der Granit, der sehr hart ist, erforderte eine hochentwickelte Technologie, um behaut zu werden. Man muss deshalb auf die Ming-Dynastie warten, bevor schöne Bruchsteine aufkommen. Schon mit den ersten Ziegelbauten werden Steine in dicken Blöcken benutzt, um feste Gründungen zu realisieren, seltener, um eine senkrechte Kettengliederung (Kreuzung von Steinblöcken, deren Flächen in der Vorderseite deutlich sind). Als Gründungen für die Abschnitte, die Flüsse durchfliessen sollten, sind Schiffe voller Eisen und Granit mit Absicht versenkt worden.
Um eine Vorstellung von der Widerstandsfähigkeit des Granits (entscheidendes Material der Chinesischen Mauer) zu haben, können wir es mit dem gegenwärtigen Beton vergleichen. Die spezifische Masse des Granits wird zwischen 2 400 und 2 900 Kg/m³ gesteigert, diejenige des Stahlbetons ist in der Grössenordnung von 2 400 Kg/m³ Deswegen braucht die Mauer einen die Beanspruchungen wohl wiedernehmenden Boden, trotz einer geringen Höhe. Nun können wir die Porosität (Prozentsatz des Volumens von für Wasser zugänglicher Leere im Vergleich zu scheinbarem Volumen) beobachten. Je poröser die Baustoffe sind, desto mehr verringert ihre Widerstansfähigkeit. Jedoch ist eine geschlossene Porosität weniger schädlich als eine offene, denn es ist für Wasser leichter, durch eine offene Porosität einzudringen. Das Risiko ist grösser in Zeiten von Frost, da das Wasser Spalten oder Zersplitterung verursacht. Der Granit hat eine sehr gute Porosität, die bis 0,06% heruntergeht. Ein leistungsfähiger Beton hat eine Porosität in der Grössenordnung von 5%, was ihn gegen angriffenden Wirkstoffe sehr empfindlich mach. Die Druckfestigkeit des Granits beläuft sich auf 150 bis 200 Mpa, was dreimal höher als diejenige eines üblichen Betons ist. Es würde ein leistungsfähiger Beton brauchen, damit er sich mit dem Granit misst. Genauso wie der Beton hält der Stein dem Antrieb (wegen ihrer mikroskopischen Verschiedenartigkeit) kaum stand. Deswegen benutzten die Chinesen die Technik des Gewölbes, oder benutzten grosse Steinblöcke als Oberschwelle.